Aufklärung & Einwilligung
Parodontalchirurgie (Stufe 3) – Patienteninformation und Dokumentation
1. Diagnose und Behandlungsanlass
Die vorangegangene Parodontitisbehandlung hat nicht überall ausgereicht. An einzelnen Stellen bestehen weiterhin tiefe Zahnfleischtaschen oder Knochenschäden, die sich ohne Operation nicht ausreichend behandeln lassen. Im nächsten Schritt sollen die betroffenen Bereiche chirurgisch versorgt werden, um die Entzündung zu stoppen und den Zahnhalteapparat zu stabilisieren.
Bei Ihnen liegt eine Erkrankung des Zahnhalteapparates (Parodontitis bzw. parodontale Defekte) vor, die einen chirurgischen Eingriff erforderlich macht.
Befund (zutreffendes ankreuzen):
Behandlungsziele:
2. Behandlungsregion – Zahnschema
Bitte klicken Sie die betroffenen Zähne / Regionen an oder markieren Sie diese handschriftlich im Ausdruck:
3. Individuelle Risikofaktoren (Patientenangabe)
Bitte kreuzen Sie zutreffende Angaben an – diese sind wichtig für die Einschätzung des Behandlungsrisikos und den Behandlungserfolg:
4. Geplanter parodontalchirurgischer Eingriff
Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung. Zunächst wird das Zahnfleisch vorsichtig zur Seite gelegt, damit wir die Wurzeloberflächen und den Knochen direkt sehen und reinigen können. Entzündetes Gewebe wird entfernt. Je nach Befund kann der Knochen geglättet oder mit geeigneten Materialien wieder aufgebaut werden. Zum Schluss wird das Zahnfleisch vernäht. Die Fäden werden je nach Eingriff nach etwa ein bis zwei Wochen entfernt.
Der Eingriff erfolgt in örtlicher Betäubung. Einzelne oder kombinierte Verfahren sind möglich. Typischer Ablauf:
- Desinfektion und Lokalanästhesie
- Bildung eines Zahnfleischlappens (Mukoperiostlappen)
- Reinigung der Wurzeloberflächen unter Sicht (Scaling und Root Planing)
- Entfernung von entzündetem Granulationsgewebe
- Ggf. Knochenkorrektur (resektiv oder regenerativ)
- Ggf. Einbringen von regenerativen Materialien
- Ggf. Weichgewebetransplantation
- Nahtverschluss (Nahtentfernung nach ca. 5–7 Tagen bei resektiven Eingriffen bzw. ca. 14 Tagen bei regenerativen Eingriffen)
5. Verwendete Verfahren und Materialien
Je nach Befund kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz. In manchen Fällen wird Knochen geglättet, in anderen mit körpereigenen oder körperfremden Materialien wieder aufgebaut. Wenn nötig, kann auch Zahnfleischgewebe versetzt oder ergänzt werden. Welche Verfahren und Materialien für Sie vorgesehen sind, besprechen wir im persönlichen Aufklärungsgespräch — die genauen Einzelheiten finden Sie unter „Alle Details".
6. Behandlungsalternativen
Anstelle der Operation kann die Behandlung auch konservativ fortgeführt werden, in manchen Fällen ist die Entfernung stark geschädigter Zähne eine Option. Eine Überweisung an eine Fachpraxis ist ebenfalls möglich. Ohne Behandlung schreitet die Parodontitis fort: Der Knochen baut sich weiter ab, Zähne lockern sich zunehmend und können verloren gehen.
7. Risiken und mögliche Komplikationen
Nach dem Eingriff sind Schmerzen, Schwellung und leichte Nachblutung normal und klingen in der Regel innerhalb weniger Tage ab. Durch die Heilung kann sich das Zahnfleisch zurückziehen — die Zähne wirken dann optisch länger und reagieren vorübergehend empfindlicher auf Kälte. Das ist kein Fehler, sondern eine erwartbare Folge der Behandlung. Bei Rauchern heilt die Wunde deutlich schlechter.
Trotz fachgerechter Durchführung können auftreten:
Häufige, meist vorübergehende Beschwerden
- Schmerzen und Druckempfindlichkeit im Operationsbereich
- Schwellung
- Nachblutung
- Bluterguss (Hämatom)
- Eingeschränkte Mundöffnung
Zahnfleisch und Ästhetik
- Zahnfleischrückgang (Rezession) – insbesondere nach Abklingen der Schwellung
- Freiliegende Zahnhälse mit erhöhter Temperaturempfindlichkeit
- Optisch „längere" Zähne / schwarze Dreiecke zwischen den Zähnen
- Ästhetische Veränderungen, die dauerhaft bestehen können
Wundheilung
- Wundheilungsstörung
- Infektion
- Nahtlockerung / vorzeitiger Nahtverlust
- Verzögerte Heilung (v. a. bei Rauchern, Diabetes, Immunsuppression)
- Unzureichender Therapieerfolg – Taschentiefen nicht ausreichend reduziert
Spezifische Risiken
- Vorübergehend erhöhte Zahnbeweglichkeit (durch chirurgischen Eingriff am Knochen)
- Sensibilitätsstörungen einzelner Zähne (vorübergehend oder selten dauerhaft)
- Materialunverträglichkeit (selten, inkl. Emdogain, Kollagenmatrix)
- Rezidiv der Parodontitis – insbesondere bei unzureichender Nachsorge
- Verlust des eingebrachten Regenerationsmaterials
- Vorübergehende Bakteriämie (Einschwemmung von Bakterien in die Blutbahn) – in der Regel vom Immunsystem beherrscht, bei Risikopatienten jedoch relevant (s. u.)
8. Voraussetzungen für den Behandlungserfolg
Ob die Behandlung langfristig Erfolg hat, hängt stark von Ihrer Mitarbeit ab: gründliche Zahnpflege, regelmäßige Nachsorge in der Praxis und Rauchverzicht. Die Nachsorgetermine alle drei bis sechs Monate sind kein Zusatz, sondern fester Teil der Behandlung. Ohne diese Nachsorge kann die Parodontitis trotz gelungener Operation zurückkehren.
Der langfristige Erfolg hängt wesentlich von Ihrer Mitarbeit ab:
- Konsequente Mundhygiene – gründliche Zahnpflege und Interdentalreinigung
- Regelmäßige Nachsorge (UPT) – i. d. R. alle 3–6 Monate, lebenslang empfohlen
- Rauchverzicht – Rauchen ist der stärkste beeinflussbare Risikofaktor für Parodontitis und verschlechtert die Wundheilung und Prognose erheblich
- Kontrolle von Allgemeinerkrankungen – insbesondere Diabetes mellitus (gut eingestellt, HbA1c idealerweise unter 7,5 %)
- Blutverdünnende Medikamente – bitte teilen Sie uns alle blutverdünnenden Medikamente mit (z. B. ASS, Marcumar/Phenprocoumon, Eliquis, Xarelto, Pradaxa). Ggf. ist vor dem Eingriff eine Rücksprache mit Ihrem Hausarzt/Internisten erforderlich.
- Einhaltung der Kontrolltermine
9. Verhalten nach dem Eingriff
In den ersten Tagen nach dem Eingriff sollten Sie sich schonen, kühlen und weiche Kost essen. Nicht rauchen — das gefährdet die Heilung erheblich. Den operierten Bereich zunächst nicht putzen, die restlichen Zähne aber wie gewohnt pflegen. Verschriebene Medikamente nach Anweisung einnehmen. Bei starken Schmerzen, zunehmender Schwellung oder Fieber melden Sie sich bitte umgehend in der Praxis.
Allgemeine Verhaltenshinweise
- Reaktionsvermögen eingeschränkt: Nach einer Lokalanästhesie kann Ihr Reaktionsvermögen vorübergehend beeinträchtigt sein. Nehmen Sie bitte nicht selbst am Straßenverkehr teil und bedienen Sie keine Maschinen, bis die Betäubung vollständig abgeklungen ist. Lassen Sie sich ggf. von einer Begleitperson abholen.
- Körperliche Schonung für mehrere Tage (kein Sport, kein schweres Heben)
- Kühlung von außen in den ersten 24–48 Stunden (Coolpack im Tuch, 20 Min. an / 20 Min. Pause)
- Nicht rauchen – Rauchen gefährdet die Regeneration und den gesamten Behandlungserfolg
- Kein Alkohol
- Weiche, nicht zu heiße Kost – in den ersten Tagen insbesondere:
- Keine Milchprodukte (können die Wirkung von Antibiotika beeinträchtigen)
- Kein Koffein (fördert die Durchblutung und damit Nachblutung)
- Keine säurehaltigen Getränke (Fruchtsäfte, Softdrinks)
- Keine scharfen Speisen
- OP-Bereich zunächst nicht mechanisch reinigen (ca. 1–2 Wochen nach Anweisung)
- Restliches Gebiss weiterhin gründlich pflegen
- Mundspüllösung nur nach ärztlicher Anweisung verwenden
- Kontrolltermine und Nahtentfernung unbedingt einhalten
Medikamente (falls verordnet)
- Schmerzmittel nach Anweisung (z. B. Ibuprofen 400–600 mg)
- Antibiotikum vollständig nach Verordnung einnehmen
- Antiseptische Mundspüllösung (z. B. Chlorhexidin 0,2 %) ab dem 2. Tag nach Anweisung
- Bei Unverträglichkeit oder Nebenwirkungen umgehend die Praxis kontaktieren
10. Fragen / besondere Hinweise
11. Materialunverträglichkeit / Allergie (Patientenangabe)
Bei parodontalchirurgischen Eingriffen kommen verschiedene Materialien zum Einsatz (z. B. Kollagenmembranen, Knochenersatzmaterial, Emdogain mit Bestandteilen aus Schweinezahnkeimen, Nahtmaterial). In seltenen Fällen können Unverträglichkeitsreaktionen auftreten. Kontraindikation für Emdogain: bekannte Allergie gegen Schweineeiweiß.
Sind Ihnen Materialunverträglichkeiten oder allergische Reaktionen im Zusammenhang mit zahnärztlichen Behandlungen bekannt?
12. Einwilligungserklärung
Ich bestätige, dass ich umfassend und verständlich aufgeklärt wurde über:
Ich hatte ausreichend Gelegenheit, Fragen zu stellen, und meine Fragen wurden zu meiner Zufriedenheit beantwortet.
13. Ärztliche Dokumentation (Praxis)
Wird vom Behandler / der Behandlerin ausgefüllt:
Besondere Risiken besprochen: