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Aufklärung & Einwilligung

Systematische Parodontitistherapie (Stufe 1–2) – Antiinfektiöse Therapie

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Zahnarztpraxis Dr. Richter
Zahnerhaltung Oralchirurgie Kieferorthopädie Prothetik
Aufklärung Parodontitistherapie (Stufe 1
Wozu dient dieser Bogen? Dieser Aufklärungsbogen dient Ihrer Vorbereitung auf das persönliche Aufklärungsgespräch in unserer Praxis. Er ersetzt nicht die mündliche Aufklärung – diese ist der eigentliche Kern jeder Aufklärung und gesetzlich vorgeschrieben (§ 630e BGB). Im Gespräch können wir gezielt auf Ihre individuelle Situation, Ihre Fragen und Bedenken eingehen. Der Bogen hilft Ihnen, sich vorab zu informieren und offene Fragen zu notieren. Wenn Sie mögen, können Sie den Bogen ausgefüllt ausdrucken und zu unserem Gespräch mitbringen.
Hinweis zum Datenschutz: Ihre Eingaben werden nicht an uns übermittelt und nicht gespeichert. Die Bearbeitung erfolgt ausschließlich lokal auf Ihrem Gerät. Wenn Sie dieses Formular an einem öffentlich zugänglichen Gerät ausfüllen, denken Sie bitte daran, anschließend den Browserverlauf zu löschen.

1. Diagnose und Behandlungsanlass

Bei Ihnen wurde eine Parodontitis diagnostiziert — eine Entzündung des Zahnhalteapparates mit Knochenabbau. Im Unterschied zur Zahnfleischentzündung (Gingivitis) ist bereits der zahntragende Knochen betroffen. Ohne Behandlung schreitet die Erkrankung fort und kann zum Zahnverlust führen.

Bei Ihnen wurde eine Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparates mit Knochenabbau) diagnostiziert. Im Unterschied zu einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis) ist bei einer Parodontitis bereits der zahntragende Knochen betroffen. Ohne Behandlung schreitet die Erkrankung in der Regel fort und kann langfristig zum Zahnverlust führen.

Diagnose (zutreffendes ankreuzen):

Befund:

Behandlungskonzept – S3-Leitlinie: Die Parodontitistherapie erfolgt stufenweise. Die hier beschriebene Stufe 1–2 umfasst die antiinfektiöse Therapie (AIT): Instruktion und Motivation zur Mundhygiene, professionelle Zahnreinigung, subgingivale Instrumentierung (geschlossene Kürettage) aller erkrankten Zahnfleischtaschen. Nach einer Reevaluation (Befundkontrolle nach ca. 3–6 Monaten) wird entschieden, ob eine chirurgische Therapie (Stufe 3) erforderlich ist – hierfür erfolgt dann eine gesonderte Aufklärung.

2. Behandlungsregion – Zahnschema

Bitte markieren Sie die betroffenen Zähne durch Anklicken:

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Zähne / Regionen anklicken zum Markieren · FDI-Nummerierung nach WHO-Schema
Ausgewählt:

3. Individuelle Risikofaktoren (Patientenangabe)

Damit wir die Behandlung auf Ihre Situation abstimmen können, bitten wir Sie, folgende Angaben zu machen. Zutreffendes bitte ankreuzen:

Besonders wichtig bei Parodontitis: Rauchen ist der stärkste beeinflussbare Risikofaktor – Raucher sprechen signifikant schlechter auf die Therapie an. Diabetes mellitus und Parodontitis beeinflussen sich gegenseitig negativ; umgekehrt kann eine erfolgreiche Parodontitistherapie auch die Blutzuckereinstellung positiv beeinflussen. Bitte informieren Sie uns auch über Gerinnungshemmer und ein mögliches Endokarditisrisiko, da ggf. eine Antibiotikaprophylaxe erforderlich ist.

4. Behandlungsablauf (Stufe 1–2)

Die Therapie folgt einem Stufenplan. Zunächst erhalten Sie eine Anleitung zur häuslichen Zahnpflege und eine professionelle Zahnreinigung. In der zweiten Stufe werden unter örtlicher Betäubung die Zahnfleischtaschen gereinigt und die Wurzeloberflächen geglättet. Nach drei bis sechs Monaten kontrollieren wir die Taschentiefen erneut und entscheiden gemeinsam über das weitere Vorgehen — Nachsorge, nochmalige Reinigung oder eine chirurgische Weiterbehandlung.

Die systematische Parodontitistherapie gliedert sich in mehrere Phasen:

Stufe 1 – Vorbehandlung und Hygienephase

  • Mundhygieneinstruktion (MHI): Individuelle Anleitung zur wirksamen häuslichen Zahnpflege, Interdentalreinigung (Zahnzwischenraumbürsten, Zahnseide) und ggf. Einmalbürstchen
  • Professionelle Zahnreinigung (PZR): Entfernung von Zahnstein, Verfärbungen und Biofilm oberhalb des Zahnfleischrandes
  • Entfernung von Reizfaktoren: Korrektur überstehender Füllungsränder, Entfernung nicht erhaltungsfähiger Zähne
  • Risikofaktormanagement: Besprechung von Rauchen, Diabetes, Stress, Ernährung und deren Einfluss auf die Parodontitis

Stufe 2 – Subgingivale Instrumentierung (Antiinfektiöse Therapie / AIT)

  • Örtliche Betäubung: Der Eingriff erfolgt in der Regel unter Lokalanästhesie (gesonderte Aufklärung)
  • Geschlossene Kürettage / Scaling & Root Planing (SRP): Mit feinen Handinstrumenten (Küretten) und/oder Ultraschallinstrumenten werden bakterielle Beläge und Konkremente unterhalb des Zahnfleischrandes von den Wurzeloberflächen entfernt
  • Glättung der Wurzeloberflächen: Damit das Zahnfleisch wieder straff an der Wurzel anliegen kann
  • Sitzungen: Je nach Anzahl betroffener Zähne in 1–4 Sitzungen (quadrantenweise oder als Full-Mouth-Behandlung innerhalb von 24 Stunden)
  • Spülung der Taschen: Mit antiseptischer Lösung (z. B. Chlorhexidin, Povidon-Jod)

Reevaluation (Befundkontrolle)

  • Ca. 3–6 Monate nach Abschluss der Stufe 2
  • Erneute Messung der Taschentiefen und Blutungsindizes
  • Entscheidung über weiteres Vorgehen: UPT (Nachsorge), erneute subgingivale Instrumentierung oder Stufe 3 (chirurgisch – gesonderte Aufklärung)

5. Ergänzende Wahlleistungen (Privatleistungen)

Die Standardtherapie wird von der Krankenkasse übernommen. Darüber hinaus gibt es ergänzende Verfahren, die das Ergebnis verbessern können — etwa Laserbehandlung, lokale Antibiotika oder ein Keimtest. Diese sind Privatleistungen und werden gesondert berechnet.

Zusätzlich zur Kassenleistung (subgingivale Instrumentierung nach BEMA) können folgende wissenschaftlich fundierte Verfahren eingesetzt werden, die das Behandlungsergebnis verbessern können. Es handelt sich um rein privatärztliche Leistungen.

Hinweis – Wahlleistung (§ 4 Abs. 5 BMV-Z): Die nachfolgend aufgeführten Leistungen sind keine Kassenleistungen und werden von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht übernommen. Die Kosten werden Ihnen vollständig privat nach der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) in Rechnung gestellt. Eine gesonderte Kostenaufstellung erhalten Sie mit der Mehrkostenvereinbarung. Die Grundbehandlung (subgingivale Instrumentierung) ist auch ohne diese Zusatzleistungen medizinisch vollständig durchführbar.
Diagnostische Zusatzleistungen
Adjunktive (begleitende) Therapieverfahren
Behandlungsprotokoll

6. Risiken und mögliche Nebenwirkungen

Temporäre Empfindlichkeitsreaktionen und leichte Beschwerden sind normal und klingen innerhalb weniger Tage ab. Der Rückgang des Zahnfleischs ist ein positives Zeichen der Heilung, auch wenn Zahnhälse sichtbar werden können. Schwerwiegende Komplikationen sind selten; bei Fragen oder Problemen erreichen Sie uns jederzeit.

Die subgingivale Instrumentierung ist ein minimalinvasives Verfahren. Dennoch können folgende Nebenwirkungen auftreten:

Häufige Nebenwirkungen (erwartbar):

Seltene Komplikationen:

Risiken bei adjunktiven Wahlleistungen (falls gewählt):

Wichtig – Ästhetische Veränderungen: Nach erfolgreicher Behandlung geht die Schwellung des Zahnfleischs zurück. Dadurch können Zahnhälse sichtbar werden und Lücken zwischen den Zähnen („schwarze Dreiecke") entstehen. Dies ist ein Zeichen der Heilung, nicht der Verschlechterung – das Zahnfleisch war zuvor entzündlich verdickt. Diese Veränderungen sind in der Regel nicht reversibel.

7. Behandlungsalternativen

Eine alleinige professionelle Zahnreinigung kann die Parodontitis nicht heilen, verlangsamt sie aber. Chirurgische Maßnahmen sind nach Bedarf im Anschluss möglich. Der Verzicht auf Behandlung führt zu fortschreitendem Zahnverlust und systemischen Auswirkungen, die es zu vermeiden gilt.

Folgen bei Nichtbehandlung: Fortschreiten der Parodontitis mit weiterem Knochenabbau, zunehmende Zahnlockerung bis hin zum Zahnverlust, Mundgeruch, Entzündungen und Abszessbildung. Zudem bestehen Zusammenhänge zwischen unbehandelter Parodontitis und systemischen Erkrankungen (Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus, Schwangerschaftskomplikationen, rheumatoide Arthritis).

8. Voraussetzungen für den Behandlungserfolg

Der Langzeiterfolg hängt entscheidend von Ihrer Mitarbeit ab. Konsequente häusliche Mundhygiene, Interdentalreinigung und Rauchverzicht sind essenziell, da Rauchen die Heilung stark beeinträchtigt. Regelmäßige Nachsorgebesuche alle 3–6 Monate sind erforderlich, denn Parodontitis ist eine chronische Erkrankung, die lebenslang kontrolliert werden muss.

Der langfristige Erfolg hängt wesentlich von Ihrer Mitarbeit ab:

  • Konsequente häusliche Mundhygiene – Zahnpflege 2× täglich, tägliche Interdentalreinigung (Zahnzwischenraumbürsten nach Anweisung)
  • Rauchverzicht – Rauchen ist der stärkste beeinflussbare Risikofaktor. Raucher sprechen signifikant schlechter auf die Therapie an und haben ein höheres Rückfallrisiko. Bei Bedarf kann eine Überweisung zur Raucherentwöhnung erfolgen
  • Regelmäßige Nachsorge (UPT) – die unterstützende Parodontitistherapie (i. d. R. alle 3–6 Monate, individuell angepasst bis zu 12 Monate) ist kein optionaler Zusatz, sondern integraler Bestandteil der Behandlung
  • Kontrolle von Allgemeinerkrankungen – insbesondere Diabetes mellitus (gute Blutzuckereinstellung verbessert die Prognose)
  • Einhaltung der Kontrolltermine – insbesondere Reevaluation nach 3–6 Monaten
Ohne regelmäßige Nachsorge (UPT) und konsequente Mundhygiene ist ein Fortschreiten der Parodontitis trotz erfolgreicher Therapie wahrscheinlich. Die Parodontitis ist eine chronische Erkrankung, die lebenslang kontrolliert, aber nicht geheilt werden kann.

9. Verhalten nach der Behandlung

Solange die örtliche Betäubung wirkt, vermeiden Sie Essen und Trinken. Kühlen Sie den Bereich von außen und verzichten Sie auf Rauchen und Alkohol. Leichte Blutung ist normal und klingt bald ab. Putzen Sie die Zähne vorsichtig weiter. Bei starken Schmerzen, anhaltender Schwellung oder Fieber kontaktieren Sie uns unverzüglich.

Unmittelbar nach der Behandlung (Tag des Eingriffs)

  • Ihr Reaktionsvermögen kann durch Beruhigungs-, Schmerz- oder Betäubungsmittel beeinträchtigt sein – nehmen Sie nicht selbst am Straßenverkehr teil, bedienen Sie keine gefährlichen Maschinen und treffen Sie keine wichtigen Entscheidungen
  • Solange die örtliche Betäubung wirksam ist: nichts essen und trinken – Verletzungsgefahr
  • Kühlen Sie den behandelten Bereich von außen mit feuchtkalten Umschlägen – keine Wärme
  • Nicht rauchen, keinen Alkohol und keinen heißen Kaffee trinken, nur wenig sprechen
  • Leichte Blutung aus den Taschen ist normal und klingt innerhalb von Stunden ab

In den ersten Tagen und langfristig

  • Keine heiße, scharfe oder harte Nahrung für den Rest des Behandlungstages
  • Zähne vorsichtig weiterputzen; behandelte Bereiche mit weicher Zahnbürste reinigen
  • Mundspülung (z. B. Chlorhexidin 0,2 %) nur nach Anweisung, nicht länger als 2 Wochen
  • Schmerzmittel bei Bedarf (z. B. Ibuprofen 400 mg), kein Aspirin (blutungsverstärkend)
  • Kein Rauchen für mindestens 48 Stunden (idealerweise dauerhaft)
  • Nach dem Abheilen können Zahnhälse freiliegen – Empfindlichkeit auf heiß/kalt/süß/sauer ist eine häufige, meist vorübergehende Folge
Sofort Praxis kontaktieren bei: anhaltenden Nachblutungen, stärkeren Schwellungen, hohem Fieber oder starken Schmerzzuständen. Unter Umständen sind dann weitergehende Behandlungsmaßnahmen erforderlich. Außerhalb der Sprechzeiten wenden Sie sich an den zahnärztlichen Notdienst.

10. Fragen / besondere Hinweise

11. Materialunverträglichkeit / Allergie (Patientenangabe)

Bei der Parodontitistherapie können verschiedene Materialien und Medikamente zum Einsatz kommen (z. B. lokale Antibiotika wie PerioChip/Chlorhexidin oder Ligosan/Doxycyclin, systemische Antibiotika, Spüllösungen). In seltenen Fällen können Unverträglichkeitsreaktionen auftreten.

Sind Ihnen Materialunverträglichkeiten oder allergische Reaktionen im Zusammenhang mit zahnärztlichen Behandlungen bekannt?

12. Einwilligungserklärung

Ich bestätige, dass ich umfassend und verständlich aufgeklärt wurde über:

Ich hatte ausreichend Gelegenheit, Fragen zu stellen, und meine Fragen wurden zu meiner Zufriedenheit beantwortet.

Kostenhinweis (§ 630c Abs. 3 BGB): Die systematische Parodontitistherapie wird von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen, sofern ein genehmigter PAR-Antrag vorliegt. Zusätzliche Leistungen (z. B. mikrobiologische Diagnostik, adjuvante Antibiotikatherapie, regenerative Maßnahmen) können Mehrkosten verursachen. Die voraussichtlichen Kosten werden Ihnen vorab erläutert.
Widerrufsrecht: Sie können Ihre Einwilligung jederzeit – auch nach Unterzeichnung – bis zum Beginn der jeweiligen Maßnahme widerrufen. Ein Widerruf bedarf keiner Begründung.
Datenschutzhinweis (Art. 9 Abs. 2 lit. a, Art. 13 DSGVO): Ihre Angaben in diesem Bogen werden ausschließlich zum Zweck der zahnärztlichen Behandlung und Dokumentation erhoben und in Ihrer Patientenakte gespeichert, wenn Sie den Bogen mitbringen, in der Praxis mit uns ausfüllen und nach mündlicher Aufklärung. Die Verarbeitung erfolgt auf Grundlage Ihrer Einwilligung sowie unserer gesetzlichen Dokumentations- und Aufbewahrungspflichten (§ 630f BGB, § 12 MBO-Ä). Eine Weitergabe an Dritte erfolgt nur, soweit gesetzlich vorgeschrieben. Sie haben jederzeit das Recht auf Auskunft, Berichtigung und – unter den gesetzlichen Voraussetzungen – Löschung Ihrer Daten. Verantwortliche Stelle: Zahnarztpraxis Dr. med. dent. Ernst Richter, Hauptstraße 165, 63875 Mespelbrunn.

13. Ärztliche Dokumentation (Praxis)

Wird vom Behandler / der Behandlerin ausgefüllt:

Besondere Punkte besprochen:

PA-Status vorgelegt:
Kostenvoranschlag Wahlleistungen ausgehändigt:
Sprachverständnis:
Aufklärungszeitpunkt: Bedenkzeit gewährt:
Einwilligungsfähigkeit:
Zahnarztpraxis Dr. Richter
63875 Mespelbrunn