Verhaltensregeln nach operativen Eingriffen
Patientenhandreichung – Verhalten, Pflege und Wundheilung nach chirurgischen Eingriffen im Mund- und Kieferbereich.
bei Ihnen wurde ein chirurgischer Eingriff im Mund- und Kieferbereich durchgeführt. Bitte beachten Sie die folgenden Hinweise, damit die Wundheilung möglichst komplikationslos verläuft.
Direkt nach dem Eingriff
Nach einer örtlichen Betäubung und durch die Belastung des Eingriffs kann Ihre Reaktionsfähigkeit für mehrere Stunden herabgesetzt sein. Lassen Sie sich nach Möglichkeit abholen – eine aktive Teilnahme am Straßenverkehr ist in dieser Zeit nicht empfehlenswert.
Blutung und Aufbisstupfer
Wurde ein Aufbisstupfer eingelegt, beißen Sie bitte ca. 30–60 Minuten gleichmäßig darauf. Danach den Tupfer vorsichtig zur Seite hin entfernen. Eine leichte Nachblutung am OP-Tag ist normal – vermischt mit Speichel sieht die Blutmenge oft größer aus, als sie ist.
Kühlung und Schwellung
Eine Schwellung nach dem Eingriff ist normal und erreicht ihr Maximum meist am 2.–3. Tag. Kühlen Sie das OP-Gebiet in den ersten 2–3 Tagen regelmäßig von außen – idealerweise mit feuchtkühlen Umschlägen oder einem in ein Tuch eingewickelten Kühlpack. Legen Sie kein Eis direkt auf die Haut.
Bitte meiden: Wärmeanwendungen (Sonne, Sauna, Dampfbad, heiße Bäder) in der ersten Woche.
Essen und Trinken
- OP-Tag: Erst nach Abklingen der Betäubung essen. Weiche, lauwarme Kost. Kein Alkohol, kein Kaffee, kein schwarzer Tee.
- Tag 1–3: Weiche bis breiige Kost, auf der Gegenseite kauen, OP-Bereich schonen.
- Danach: Schrittweise Rückkehr zu normaler Kost nach Befinden.
Tipp: Gut geeignet sind Suppen, Kartoffelpüree, Joghurt, Rührei, weiches Brot, Nudeln. Vermeiden Sie krümelige, harte oder scharfe Speisen im Wundbereich.
Rauchen und Alkohol
Mundhygiene und Wundpflege
Eine gute Mundhygiene ist wichtig für die Wundheilung – aber der OP-Bereich muss geschont werden.
- Am OP-Tag den Mund möglichst nicht spülen (Gefahr: Blutpfropf löst sich).
- Ab dem Folgetag Zähne normal putzen (3× täglich), den unmittelbaren Wundbereich vorsichtig aussparen.
- Mundspüllösung nur nach Anweisung verwenden – vorsichtig im Mund verteilen, nicht kräftig hin und her spülen.
- Keine Mundduschen bis zur abgeschlossenen Wundheilung.
- Nicht mit Fingern, Zunge oder Gegenständen an der Wunde manipulieren.
Körperliche Schonung
Vermeiden Sie in der ersten Woche nach dem Eingriff körperliche Anstrengungen, Sport, Sauna und Tätigkeiten, bei denen Sie sich kopfüber bücken müssen. Beim Schlafen den Kopf in den ersten 2–3 Nächten etwas erhöht lagern.
Wurde eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausgestellt, beachten Sie bitte deren Zeitraum. Eine Gesundschreibung ist nicht erforderlich.
Bei Beteiligung der Kieferhöhle
Wenn bei einem Eingriff im Oberkiefer die Kieferhöhle eröffnet wurde, gelten zusätzlich folgende Regeln für ca. 10–14 Tage:
- Nicht schnäuzen – Nase nur vorsichtig abtupfen.
- Niesen nur mit geöffnetem Mund.
- Keinen Druck aufbauen (kein Pressen, kein schweres Heben).
- Keine Blasinstrumente spielen.
- Kein Tauchen, kein Fliegen ohne Rücksprache.
- Abschwellendes Nasenspray nur nach ärztlicher Anweisung.
In den ersten Tagen kann es zu geringfügigem Nasenbluten kommen – das ist meist harmlos. Bei anhaltender Blutung kontaktieren Sie die Praxis.
Medikamente
Wurden Ihnen Medikamente verordnet (Schmerzmittel, Antibiotikum, Mundspülung, Nasenspray), halten Sie sich bitte genau an die Dosierungsvorschriften. Antibiotika bitte immer bis zum Ende der verordneten Einnahmedauer einnehmen – auch wenn die Beschwerden nachlassen.
Hinweis für Frauen: Die Wirksamkeit der Antibabypille kann durch Antibiotika herabgesetzt sein. Bitte zusätzliche Verhütungsmethoden verwenden und ärztlichen Rat einholen.
Nahtentfernung und Kontrolle
Falls Nähte gelegt wurden, werden diese in der Regel nach 7–10 Tagen entfernt. Bitte halten Sie den vereinbarten Kontrolltermin ein – auch wenn Sie beschwerdefrei sind. Bei selbstauflösenden Fäden entfällt die Nahtentfernung; wir kontrollieren dennoch die Wundheilung.
Wann sollten Sie die Praxis aufsuchen?
- Starken oder zunehmenden Schmerzen (trotz Schmerzmittel)
- Anhaltender oder stärker werdender Blutung
- Zunehmender Schwellung nach dem 3. Tag
- Fieber
- Anhaltendem Taubheitsgefühl (Lippe, Kinn, Zunge)
- Schluckbeschwerden oder ausgeprägter Kieferklemme
- Flüssigkeitsübertritt zwischen Mund und Nase
- Eitrigem Geschmack oder Geruch
Kühlen, schonen, nicht rauchen, weich essen, vorsichtig putzen, Kontrolltermin einhalten. Bei Problemen: lieber einmal zu viel anrufen als zu wenig.
Wir wünschen Ihnen eine rasche und komplikationslose Heilung.
Hauptstraße 165 · 63875 Mespelbrunn
Tel. 0 60 92 – 99 59 46