Aufklärung & Einwilligung
Wurzelspitzenresektion (WSR) – Patienteninformation und Dokumentation
1. Diagnose und Behandlungsanlass
Ihre Untersuchung zeigt eine Entzündung an der Wurzelspitze eines Zahnes — etwa durch eine persistierende Infektion nach Wurzelbehandlung, eine Zyste oder einen nicht ausreichend behandelbaren Kanal. Bei der Wurzelspitzenresektion entfernen wir die entzündete Spitze chirurgisch und versiegeln den Wurzelkanal bakteriendicht. Ziel ist der Erhalt des Zahnes.
Bei Ihnen liegt eine Entzündung im Bereich der Wurzelspitze eines Zahnes vor. Ziel der Behandlung ist der Erhalt des Zahnes durch chirurgische Entfernung der entzündeten Wurzelspitze und bakteriendichten Verschluss des Wurzelkanals.
Mögliche Ursachen:
Behandlungsregion:
2. Behandlungsregion – Zahnschema
Bitte klicken Sie die betroffenen Zähne an oder markieren Sie diese handschriftlich im Ausdruck:
3. Geplanter Eingriff – Ablauf
Der Eingriff erfolgt in örtlicher Betäubung. Der Knochen über der Wurzelspitze wird freigelegt, die entzündete Wurzelspitze entfernt und der Wurzelkanal von der Spitze her dicht verschlossen (retrograde Füllung). Anschließend wird die Wunde vernäht. Die knöcherne Ausheilung erstreckt sich über mehrere Monate.
Der Eingriff erfolgt in örtlicher Betäubung. Die knöcherne Ausheilung erstreckt sich über mehrere Monate. Typischer Ablauf:
- Desinfektion und Lokalanästhesie
- Schleimhautschnitt und Bildung eines Mukoperiostlappens
- Freilegung des Knochens über der Wurzelspitze
- Resektion (Kappung) der entzündeten Wurzelspitze (ca. 3 mm)
- Entfernung des Entzündungsgewebes (Granulom / Zyste)
- Retrograde Wurzelfüllung (bakteriendichter Verschluss von der Spitze her)
- Spülung und Inspektion der Knochenhöhle
- Ggf. Einlage von Knochenersatzmaterial / Membran
- Nahtverschluss (Nahtentfernung nach ca. 7–10 Tagen)
4. Materialien und Verfahren
Der Eingriff wird unter Vergrößerung mit mikrochirurgischen Instrumenten durchgeführt. Die Wurzelspitze wird mit Ultraschall bearbeitet und von innen mit einem bioverträglichen Material verschlossen. Falls nötig, wird der Knochen mit Ersatzmaterial und einer Membran zum Wiederaufbau angeregt.
5. Besondere regionale Risiken
Je nach Zahnlage entstehen unterschiedliche Risiken. Im Oberkiefer-Seitenzahnbereich kann die Kieferhöhle eröffnet werden — danach dürfen Sie nicht schnäuzen und müssen Druckaufbau vermeiden. Im Unterkiefer-Seitenzahnbereich besteht Nähe zu Gefühlsnerven für Lippe, Kinn und Zunge; eine vorübergehende oder selten dauerhafte Sensibilitätsstörung ist möglich.
Je nach Lage des Zahnes bestehen unterschiedliche Risiken:
- Eröffnung der Kieferhöhle (Mund-Antrum-Verbindung = MAV)
- Kieferhöhlenentzündung (Sinusitis maxillaris)
- Nasenbluten
- Nähe zum N. alveolaris inferior (Gefühlsnerv für Lippe und Kinn)
- Nähe zum N. lingualis (Gefühlsnerv für Zunge und Geschmack)
- Vorübergehende Taubheit / Kribbeln von Lippe, Kinn oder Zunge
- Selten: anhaltende oder dauerhafte Sensibilitätsstörung
6. Allgemeine Risiken und mögliche Komplikationen
Häufige vorübergehende Beschwerden sind Schmerzen, Schwellung (Maximum 2.–3. Tag), Nachblutung und eingeschränkte Mundöffnung. Möglich sind Wundheilungsstörungen und Infektionen. Trotz fachgerechter Durchführung kann die Entzündung fortbestehen oder der Zahn verlorengehen — ggf. ist ein erneuter Eingriff erforderlich. Selten: Kieferknochenentzündung, dauerhafte Nervschädigung.
Trotz fachgerechter Durchführung können auftreten:
Häufige, meist vorübergehende Beschwerden
- Schmerzen und Druckgefühl im Wundbereich (i. d. R. 3–7 Tage)
- Schwellung (Maximum meist am 2.–3. Tag)
- Nachblutung
- Bluterguss (Hämatom)
- Eingeschränkte Mundöffnung
Wundheilung
- Wundheilungsstörung, Infektion
- Nahtlockerung
- Verzögerte oder unvollständige knöcherne Ausheilung
Zahnspezifische Risiken
Weitere mögliche Komplikationen
- Schädigung benachbarter Zähne
- Luxation der Wurzelspitze in die Kieferhöhle, Nasenhöhle, den Mundboden oder Nervkanal
- Belassener Wurzelrest (ggf. weitere Maßnahmen erforderlich)
7. Behandlungsalternativen
Alternativen sind eine erneute Wurzelkanalbehandlung (Revision) oder die Zahnentfernung mit anschließendem prothetischen Ersatz. Ohne Behandlung kann die Entzündung fortschreiten — mit Abszessbildung, Knochenabbau und Zahnverlust.
8. Verhalten nach dem Eingriff
Schonen Sie sich in den ersten 3–5 Tagen körperlich und kühlen Sie die Stelle von außen. Essen Sie weiche Kost und kauen Sie auf der anderen Seite. Rauchen und Alkohol sind in dieser Zeit tabu. Wurde im Oberkiefer operiert, dürfen Sie nicht schnäuzen und sollten mit geöffnetem Mund niesen. Nehmen Sie verordnete Medikamente nach Anweisung ein und halten Sie alle Kontrolltermine ein. Bei starken Schmerzen, zunehmender Schwellung oder Fieber kontaktieren Sie uns sofort.
Allgemeine Verhaltenshinweise
- Reaktionsvermögen eingeschränkt: Nach einer Lokalanästhesie kann Ihr Reaktionsvermögen vorübergehend beeinträchtigt sein. Nehmen Sie bitte nicht selbst am Straßenverkehr teil und bedienen Sie keine Maschinen, bis die Betäubung vollständig abgeklungen ist. Lassen Sie sich ggf. von einer Begleitperson abholen.
- Körperliche Schonung (kein Sport für ca. 3–5 Tage)
- Kühlung von außen (feuchtkalte Umschläge, kein Eis direkt auf Haut)
- Nicht rauchen, kein Alkohol
- Weiche Kost, auf der Gegenseite kauen
- OP-Gebiet beim Zähneputzen schonen, Mundspülung nach Anweisung
- Kontrolltermine und Nahtentfernung einhalten
Bei Oberkieferbehandlung zusätzlich
- Nicht schnäuzen (10–14 Tage)
- Niesen nur mit geöffnetem Mund
- Kein Tauchen / Fliegen ohne Rücksprache
Praxis-Telefon: 0 60 92 – 99 59 46
Medikamente (falls verordnet)
Medikamente bitte wie verordnet einnehmen. Antibiotikum stets bis zum Ende der verordneten Einnahmedauer.
Die ausführlichen Verhaltensregeln nach operativen Eingriffen werden Ihnen als separate Handreichung mitgegeben.
9. Prognose und Nachsorge
Bei fachgerechter Durchführung ist die Prognose gut. Regelmäßige klinische und röntgenologische Kontrollen sind erforderlich, um die knöcherne Ausheilung zu beurteilen. Der Nachbeobachtungszeitraum beträgt mindestens ein Jahr. In Einzelfällen kann trotz Behandlung ein Zahnverlust eintreten.
Der Eingriff dient dem Zahnerhalt. Die Erfolgsquote einer WSR liegt bei fachgerechter Durchführung und geeigneter Indikation bei ca. 77–97 % (AWMF S2k-Leitlinie 007-007). Ein langfristiger Erfolg kann dennoch nicht garantiert werden.
10. Fragen / besondere Hinweise
11. Materialunverträglichkeit / Allergie (Patientenangabe)
Wir verwenden verschiedene Materialien: Füllstoffe, Membranen und Nahtmaterial. Allergische Reaktionen sind sehr selten. Teilen Sie uns jedoch vorab mit, wenn Sie Allergien haben – etwa gegen Kunststoffe, Nickel oder Metalle – damit wir ausweichen können.
Bei der Wurzelspitzenresektion kommen verschiedene Materialien zum Einsatz (z. B. retrograde Füllungsmaterialien wie MTA oder Biodentine, Kollagenvlies, Nahtmaterial). In seltenen Fällen können Unverträglichkeitsreaktionen auftreten.
Sind Ihnen Materialunverträglichkeiten oder allergische Reaktionen im Zusammenhang mit zahnärztlichen Behandlungen bekannt?
12. Einwilligungserklärung
Ich bestätige, dass ich umfassend und verständlich aufgeklärt wurde über:
Ich hatte ausreichend Gelegenheit, Fragen zu stellen, und meine Fragen wurden zu meiner Zufriedenheit beantwortet.
13. Ärztliche Dokumentation (Praxis)
Wird vom Behandler / der Behandlerin ausgefüllt:
Besondere Risiken besprochen: