Aufklärung & Einwilligung
Veneers (Keramikschalen) – Patienteninformation und Dokumentation
1. Zweck der Behandlung
Wir verschönern Ihre Frontzähne mit dünnen Keramikschalen, sogenannten Veneers. Diese kleben wir dauerhaft auf die sichtbare Zahnoberfläche, um Farbe, Form und Zahnstellung zu verbessern. Die Kosten tragen Sie selbst – wir vereinbaren alle Details vorher in einer schriftlichen Kostenfeststellung.
Dieses Dokument dient der Aufklärung über die geplante Versorgung mit Veneers (Verblendschalen). Veneers sind dünne Keramik- oder Kompositschalen, die dauerhaft auf die sichtbare Zahnoberfläche (labial/bukkal) geklebt werden, um Farbe, Form, Stellung oder Oberflächenstruktur der Frontzähne zu verbessern.
2. Behandlungsregion – Zahnschema
Bitte klicken Sie die zu behandelnden Zähne an oder markieren Sie diese handschriftlich im Ausdruck:
3. Individuelle Risikofaktoren (Patientenangabe)
Bitte kreuzen Sie zutreffende Angaben an – diese sind wichtig für die Einschätzung des Behandlungsrisikos und die Langzeitprognose Ihrer Veneer-Versorgung:
4. Indikation
Veneers sind geeignet bei Verfärbungen, die nicht auf Bleaching ansprechen, bei Formabweichungen oder leichten Zahnfehlstellungen. Sie helfen auch bei Schmelzdefekten oder wenn alte Veneers erneuert werden müssen. Ihr Zahnarzt notiert den passenden Grund für Sie.
Die Versorgung mit Veneers ist geplant aufgrund:
5. Veneer-Typ
Bei konventionellen Veneers wird eine dünne Schicht Zahnschmelz abgetragen. Daneben gibt es Veneers, die ganz ohne oder mit nur minimaler Präparation aufgeklebt werden. Eine dritte Möglichkeit sind Veneers aus Kunststoff, die direkt am Zahn modelliert werden. Welcher Typ für Sie in Frage kommt, hängt vom Befund und dem gewünschten Ergebnis ab.
Es stehen verschiedene Veneer-Typen zur Verfügung. Die Wahl hängt von Indikation, Substanzverlust und ästhetischem Anspruch ab:
Farbe (Zielfarbe):
6. Behandlungsablauf
Die Veneer-Versorgung erfolgt in zwei bis drei Terminen. Wir planen zunächst gemeinsam Farbe, Form und Zahnstellung, dann präparieren wir die Zähne und nehmen einen Abdruck. Zwischen Präparation und Eingliederung tragen Sie provisorische Schalen, die Ihre Zähne schützen. Beim abschließenden Termin kleben wir die fertig gefertigten Keramikschalen dauerhaft auf.
Die Versorgung mit Keramik-Veneers erfolgt üblicherweise in zwei bis drei Sitzungen:
Fotografische Dokumentation, digitale oder konventionelle Abformung für diagnostisches Wax-up oder Mock-up. Gemeinsame Festlegung von Zahnform, -farbe und -stellung (Smile Design).
Bei Prep-Veneers: schmelzbegrenztes Beschleifen der Zahnvorderfläche (ca. 0,3–0,7 mm). Abformung (digital oder konventionell) und Anfertigung von Provisorien. Bei Non-Prep: ggf. nur leichte Oberflächenanrauung.
Einprobe der laborgefertigten Veneers mit Try-in-Paste (Farbkontrolle). Adhäsive Befestigung unter absoluter oder relativer Trockenlegung. Okklusionskontrolle und Politur der Übergänge.
7. Risiken und mögliche Komplikationen
Die häufigsten Risiken sind vorübergehende Zahnempfindlichkeit auf Kälte und in seltenen Fällen Absplittern oder Ablösen eines Veneers. Bei Zähneknirschen erhöht sich das Bruchrisiko erheblich – eine Schutzschiene ist dann sehr wichtig. Bei Prep-Veneers ist der Schmelzverlust endgültig und der Zahn bleibt dauerhaft auf eine Restauration angewiesen.
Mögliche Risiken und Folgen:
- Postoperative Überempfindlichkeit der präparierten Zähne (Kälte, Wärme, Druck) sowie Aufbissempfindlichkeit – i. d. R. vorübergehend
- Fremdkörpergefühl – in den ersten Tagen nach Eingliederung häufig, klingt meist von selbst ab
- Fraktur oder Chipping (Absplitterung) des Veneers – Reparatur oder Neuanfertigung kann erforderlich werden
- Ablösung des Veneers (Debonding) – erneute adhäsive Befestigung oder Neuanfertigung
- In seltenen Fällen: Verschlucken oder Einatmen (Aspiration) von gelösten Veneerteilen – bei Atemnot sofort Notarzt rufen
- Provisorium: Verfärbung, Abnutzung, Zerbrechen oder Herausfallen der provisorischen Schale in der Übergangsphase
- Farbabweichung – trotz genauer Farbbestimmung kann das Endergebnis geringfügig von der Erwartung abweichen
- Randspalt oder Randverfärbung am Übergang Veneer/Zahn im Laufe der Zeit
- Sekundärkaries (erneute Karies) am Veneer-Rand – insbesondere bei unzureichender Mundhygiene
- Gingivale Reizung oder Rezession im Bereich der Veneer-Ränder
- Irreversibler Schmelzverlust bei Prep-Veneers – der Zahn ist dauerhaft restaurationspflichtig
- In seltenen Fällen: Absterben des Zahnnervs (Pulpanekrose) mit Notwendigkeit einer Wurzelkanalbehandlung – in Ausnahmefällen bis hin zur Zahnentfernung
- Veränderung der Bisslage (Okklusion) – Einschleifkorrekturen können erforderlich sein
- Bruxismus-Risiko: Bei Zähnepressen/-knirschen ist die Langzeitprognose eingeschränkt – eine Aufbissschiene wird empfohlen
8. Behandlungsalternativen
Je nach Ihrer Situation gibt es Alternativen: Bleaching für rein farbliche Korrektionen, Kunststoffrestaurationen mit weniger Substanzabtrag, Vollkronen bei stärker geschädigten Zähnen oder kieferorthopädische Behandlung bei Fehlstellungen. Auch der Verzicht auf eine Behandlung ist möglich.
- Bleaching (Zahnaufhellung) – bei rein farblichen Korrekturen als minimalinvasive Option. Vorteil: kein Substanzverlust. Nachteil: nur bei extrinsischen/leichten intrinsischen Verfärbungen wirksam, kein Einfluss auf Zahnform oder -stellung.
- Direkte Kompositrestauration – chairside aus Kunststoff modelliert. Vorteil: weniger Substanzabtrag, in einer Sitzung möglich, kostengünstiger, reparierbar. Nachteil: ästhetisch und haltbarkeitstechnisch eingeschränkter, verfärbungsanfälliger.
- Vollkrone – bei stark geschädigten oder wurzelkanalbehandelten Zähnen. Vorteil: höhere Stabilität. Nachteil: wesentlich mehr Substanzverlust (bis zu 72 % vs. 3–30 % beim Veneer; Manhart, ZBS 04/2019), irreversibel.
- Kieferorthopädische Korrektur – bei Stellungsanomalien als kausale Therapie. Vorteil: substanzschonend, ursächliche Behandlung. Nachteil: längere Behandlungsdauer, eingeschränkter Einfluss auf Zahnfarbe und -form.
- Keine Behandlung – Akzeptanz des Ist-Zustandes (siehe Unterlassungsaufklärung oben)
- Bei bestehenden Schäden (Substanzdefekte, Frakturen, insuffiziente Restaurationen): Der aktuelle Zustand kann sich verschlechtern – etwa durch fortschreitenden Substanzverlust, Verfärbungszunahme, Empfindlichkeit oder Frakturgefahr. Ohne Versorgung kann langfristig eine umfangreichere Behandlung (z. B. Überkronung) erforderlich werden.
- Ohne bestehende Schäden (rein ästhetische Indikation): Der Befund bleibt unverändert. Eine ästhetische oder psychosoziale Belastung (z. B. durch Verfärbungen, Formabweichungen) besteht weiterhin, ist jedoch medizinisch nicht behandlungsbedürftig.
9. Verhaltenshinweise
Nach der Betäubung nehmen Sie nicht am Verkehr teil und essen nicht, solange das Taubheitsgefühl anhält. In der provisorischen Phase meiden Sie harte Lebensmittel. Nach dem Einkleben der endgültigen Veneers putzen Sie die Ränder gewissenhaft mit Zahnseide und Bürste, beißen nicht auf harte Gegenstände ab und kommen halbjährlich zur Kontrolle. Bei Lockerung oder Absplitterung eines Veneers: umgehend Praxis kontaktieren.
Während der provisorischen Phase
- Reaktionsvermögen eingeschränkt: Nach einer Lokalanästhesie kann Ihr Reaktionsvermögen vorübergehend beeinträchtigt sein. Nehmen Sie bitte nicht selbst am Straßenverkehr teil und bedienen Sie keine Maschinen, bis die Betäubung vollständig abgeklungen ist. Lassen Sie sich ggf. von einer Begleitperson abholen.
- Solange die örtliche Betäubung wirkt: nichts essen und nicht auf Lippen oder Wange kauen
- Provisorische Schalen sind nicht so belastbar – harte Nahrungsmittel und Abbeißen mit den Frontzähnen meiden
- Bei Lockerung oder Verlust des Provisoriums: umgehend Praxis kontaktieren
Nach definitiver Eingliederung
- In den ersten 48 Stunden: stark färbende Lebensmittel und Getränke (Kaffee, Tee, Rotwein, Kurkuma) möglichst meiden
- Keine harten Gegenstände mit den Veneers abbeißen (Nüsse, Stifte, Flaschen öffnen etc.)
- Sorgfältige Mundhygiene, insbesondere an den Veneer-Rändern (Zahnseide, Interdentalbürsten)
- Regelmäßige Kontrolle im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung (mindestens halbjährlich)
- Bei Bruxismus: konsequentes Tragen der Aufbissschiene nachts
10. Materialunverträglichkeit / Allergie (Patientenangabe)
Bei Veneers kommen Keramikmaterialien (z. B. Lithiumdisilikat, Feldspatkeramik) sowie Befestigungskomposite und Haftvermittler zum Einsatz. In seltenen Fällen können Unverträglichkeitsreaktionen auftreten.
Sind Ihnen Materialunverträglichkeiten oder allergische Reaktionen im Zusammenhang mit zahnärztlichen Behandlungen bekannt?
11. Einwilligungserklärung
Ich bestätige, dass ich über die geplante Veneer-Versorgung sowie über deren Risiken (insbesondere die Irreversibilität bei Prep-Veneers), mögliche Komplikationen und Behandlungsalternativen aufgeklärt wurde. Ich hatte ausreichend Gelegenheit, Fragen zu stellen, und meine Fragen wurden zu meiner Zufriedenheit beantwortet.
12. Ärztliche Dokumentation (Praxis)
Wird vom Behandler / der Behandlerin ausgefüllt:
Besondere Risiken besprochen: